„Willst Du mir mal kurz helfen die Küche aufzuräumem…..?!“

Manchmal kommt ein bereitwilliges „Ja klar!“ und öfter auch ein Augenverdrehen und man vernimmt leise die Worte „Immer ich…“

Und wir wissen ja noch genau, dass wir früher genauso waren, wenn unsere Eltern Mithilfe verlangt haben, oder? Da gibt es doch immer spannenderes zu machen. Obwohl es kleine Kinder noch mit Stolz erfüllt, wenn sie „helfen“ dürfen. In dem Alter allerdings verlängert es unsere Hausarbeit eher als sie zu verkürzen. Auch wenn es viel Spaß macht zusammen mit einer 2-jährigen die Spülmaschine einzuräumen ,-)!

Ist der Nachwuchs dann in einem Alter, um sich effektiv einzubringen, fehlt die Lust. 

Dabei gibt sogar eine gesetzliche Regelung, dass Kinder zur Mithilfe im Haushalt verpflichtet sind.

§1619 BGB:

„Das Kind ist, solange es dem elterlichen Haushalt angehört und von den Eltern erzogen, wird, verpflichtet in einer seinen Kräften und seiner Lebenseinstellung entsprechenden Weise den Eltern in ihrem Hauswesen und Geschäft Dienste zu leisten.“

„Diese Vorschrift, der § 1619 BGB ist eine Norm, die stark von historischen und sozialen Traditionen geprägt ist. Er formuliert eine Pflicht zur Mithilfe im elterlichen Haushalt für Kinder, die finanziell von ihren Eltern abhängig sind. 

Die Norm ist ein Relikt aus früheren Zeiten, in denen familiäre Solidarität eine größere wirtschaftliche Rolle spielte. Rechtliche Ansprüche der Eltern gegenüber ihren Kindern lassen sich aus dem Paragraphen nicht herleiten.“

Es ist im Grunde bedenklich, wenn es eine gesetzliche Regelung braucht, die festlegt, dass in einer Familie jeder sich seinen Fähigkeiten entsprechend einbringen sollte.  Das sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Genau das möchte ich meiner Tochter vermitteln, wenn ich sie um Mithilfe bitte: in jedem sozialen Gefüge ist es für ein reibungsloses Funktionieren und harmonisches Miteinander notwendig, dass jeder seinen Teil zum Zusammenleben beiträgt. 

Wenn das Kind es für gegeben hält, dass das Essen auf dem Tisch steht, der Kühlschrank gefüllt und die Wäsche gewaschen ist, wie soll es dann lernen, dass es dazu Zeit und arbeitende Hände braucht? Und das eine Gemeinschaft, wie die Familie, eben dadurch funktioniert, dass man auch die notwendigen Arbeiten gemeinsam macht. Ob Familie oder später WG, der Arbeitsplatz oder die spätere eigene Familie: das alles geht nur, wenn jeder gelernt hat, sich einzubringen, oder?

Ich möchte auch nicht, dass meine Tochter einmal auszieht und dann eine Waschmaschine nicht bedienen und sich keine Spaghetti selber kochen kann. Und bei aller Liebe, oder gerade deshalb, möchte ich auch nicht, dass mein Kind zu lange im Hotel Mama bleiben möchte!

Also nehme ich das Augenverdrehen und gedämpfte Gemaule in Kauf und freue mich über die Mithilfe!

Und wie ist das bei Euch?

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